Finanzen
Schuldner profitieren: Höhere Freibeträge ab Juli 2023
Ab Juli 2023 dürfen Schuldner mehr Geld behalten. Die neuen Freibeträge bieten wichtigen finanziellen Spielraum für Betroffene.

Ab dem 1. Juli dürfen Schuldner, die von Lohn- und Kontopfändungen betroffen sind, aufatmen: Die Pfändungsfreibeträge steigen um etwa zwei Prozent. Das bedeutet, dass künftig Einkünfte bis zu 1.590 Euro vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt sind, so die Verbraucherzentrale NRW. Besonders für unterhaltspflichtige Schuldner gibt es positive Nachrichten: Der Grundfreibetrag erhöht sich um rund 598 Euro, und für jede weitere unterhaltspflichtige Person kommen zusätzlich etwa 333 Euro hinzu.
Diese Anpassung ist entscheidend, um den Betroffenen ein selbstständiges Leben zu ermöglichen. Die Freibeträge zeigen auf, wie viel Geld den Schuldnern monatlich zusteht, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Alles, was darüber hinausgeht, kann von Arbeitgebern und Banken zur Begleichung von Schulden herangezogen werden.
Wichtig zu beachten ist, dass die Anpassung der Freibeträge nicht immer automatisch erfolgt. In bestimmten Fällen, insbesondere wenn der unpfändbare Betrag individuell durch ein Amtsgericht oder einen vollstreckenden Gläubiger festgelegt wurde, müssen die Schuldner aktiv werden. Sie sollten schnellstmöglich eine Neufestsetzung beantragen, um sicherzustellen, dass die neuen Beträge berücksichtigt werden.
Solange die Neufestsetzung nicht abgeschlossen ist, müssen Arbeitgeber und Banken weiterhin die alten Beträge beachten. Dies kann zu finanziellen Engpässen führen, da zu viel gepfändetes Geld nicht zurückgefordert werden kann. Es ist daher ratsam, sich proaktiv um die Klärung der Freibeträge zu kümmern, um nicht in eine finanzielle Schieflage zu geraten.
mit dpa